Der richtige Schnitt will gelernt sein

Gartenbauvereine Postmünster und Pfarrkirchen laden zum Schnittkurs ein

Während sich der Garten noch weitgehend in der Winterruhe befindet, ist die Schnittsaison schon in  vollem Gange. An zwei Samstagnachmittagen trafen sich rund vierzig Mitglieder und auch andere Interessierte in der Baumschule Weindl in Schwanhof um den richtigen Schnitt der Obstbäume und Ziersträucher zu erlernen. Begrüßt wurden sie von den beiden Vorsitzenden Hansl  Altmannsberger (Postmünster) und Christine Fuchs-Kastl (Pfarrkirchen). Dann begann der Spezialist  Stefan Weindl mit seinen Ausführungen und stellte als erstes die bevorzugten Schnittwerkzeuge vor. Er hatte verschiedene Obstbaumarten vorbereitet und ging bei der Vorführung des Pflanzschnittes beherzt zu Werke. Wichtig ist es gezielt die Außenknospen zu schneiden und auf die Saftwaage zu achten. Äste, die in gleicher Höhe entspringen, sollten in etwa auf der gleichen Ebene enden. Beim Erhaltungsschnitt soll die Krone licht gehalten werden und Äste entfernt werden, die aneinander reiben, damit das Obst viel Sonne abbekommt. Ein richtiger Schnitt bringt auf lange Sicht mehr Obstqualität als Quantität und dient zugleich dem Pflanzenschutz ganz ohne Chemie.
Wie ein Verjüngungsschnitt in der Praxis aussieht, zeigte Herr Weindl den Besuchern in seinem eigenen Obstgarten. Auch hier gilt die Faustregel: Ein starker Rückschnitt erzeugt einen starken Austrieb. Deshalb riet Herr Weindl eine größere Schnittmaßnahme auf mehrere Jahre zu verteilen.
Aber nicht nur Bäume benötigen die Schere, der Ziergarten braucht ebenfalls Pflege. Diesmal führte der Baumschulmeister den anwesenden Gartenfreunden mit viel Einfühlungsvermögen vor, wie man aus einem überwucherten Strauch wieder ein ansehnliches Gebilde formen kann. Wer in seinem Garten verschiedene Sträucher hat, sollte wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist um Ziergehölze zu schneiden. Ziel des Schnittes ist es, die Blühwilligkeit der Gehölze zu bewahren. Während die Sommerblüher jetzt in der Vegetationsruhe geschnitten werden, verjüngt man die Frühjahrsblüher wie zum Beispiel die Forsythie oder Flieder nach der Blüte. Altes Holz wird direkt am Ansatz entfernt.
Am Schluss nahmen sich die Zuschauer gerne die kostenlos ausgegebenen Merkblätter mit vielen Informationen mit nach Hause, wo sich das Gelernte sodann anwenden ließ.
(Text: Christine Fuchs-Kastl)

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